Die Batterie “Hanstholm”

Mit der Festung Hanstholm, die nach dem gleichnamigen Ort benannt wurde, hat die Kriegsmarine ihren größten Geschützkomplex geschaffen. Die Planung dafür begann sofort nach der Besetzung Dänemarks. Schon Ende April 1940 waren je 4 Schiffskanonen 17-cm, die an den Küsten gebaut worden waren, in Agger am Eingang des Limfjordes und in Hanstholm provisorisch feuerbereit. Ihr Einschießen begann am 04. Mai 1940. Im Verlauf des Jahres 1944 wurden für diese Geschütze in Hanstholm kleine Schartenbunker fertig und die Geschütze darin aufgestellt. Diese Bunker gehören heute zum Museumskomplex Hanstholm. Sofort nach  Aufstellung dieser Batterie begann die Planung zur Aufstellung von 4 Geschützen 38-cm als Gegenstück zur Batterie “Vara”(Norwegen). Für die Bettungschießgerüste C/39 wurden Betonbettungen gebaut, in deren Mitte das Geschütz stand, mit Drehkranz und Munitionszuführung. An der Seeseite der Geschützbettung befanden sich verbunkerte Räume zur Lagerung der Munition, an der Landseite die Schutzräume für Bedienpersonal und Versorgungseinrichtungen. Für jedes Geschütz wurden 800 Schuß im Stellungsbereich gelagert, 160 Schuß in den Kammern der Bettungsbunker, der Rest in besonderen Munitionsbunkern. Die offene Aufstellung der Geschütze erlaubte einen Feuerbereich von 360O  und damit auch den Einsatz zur Landseite hin. Geschütz 3 und 4 wurden am 15. Mai 1941 angeschossen, Geschütz 1 und 2 waren am 28. August 1941 einsatzbereit. Am 12. September begann das Einschießen gegen Schleppziele auf See.

Wegen der exponierten Lage der Batterie im offenen Hinterland und der deutschen Befürchtungen um alliierte Landungen in Jütland wurde die Festung Hanstholm im Laufe des Krieges ständig vergrößert und verstärkt.

Zum Schutz der Fernkampfbatterien gegen Angriffe jeglicher Art wurde ein dichtes Festungswerk aus Mienenfelder, Panzersperren und kleine Geschützkomplexe errichtet, dessen Hauptwerk 4 Flak-Batterien zu je 10,5-cm waren, die unter Panzerkuppeln geschützt standen. Am Ende des Krieges umfaßte die Festung Hanstholm auf ca. 9 qkm Fläche 104 Geschütze der verschiedenen Kalieber.

Wegen des guten Ausbauzustandes dieser Artilleriefestung wurde im Stellungsbau auch eine Flugmelde- und Jägerleitstellung der Luftnachrichtentruppe aufgebaut, die bis Kriegsende neben “Freyda”- und “Würzburg”-Geräten auch die modernsten Funkmeßgeräte zur Frühwarnung gegen Luftangriffe und zur Jägerführung vom Typ “Wassermann”, “Mammut” und “Seelefant” enthielten.

Hier stand einst eins von vier 38 cm Geschützen. Größte Reichweite war 55 Km. Jedes Kanonensystem wog 650 t. Jedes Kanonenrohr allein wog schon 110 t. Jede Kanone wurde von ca. 90 Mann bedient, die hinter den 2 m dicken Mauern ihre Unterkünfte hatten. Eigenes E-Werk, Wasserwerk, Toiletten und Waschräume waren ebenfalls vorhanden.

 

Die Feldbahn hatte eine Länge von ca. 3,6 km und verband ein Gelände mit einer Größe von 9 km2

Heute sind in Hanstholm alle deutschen Geschütze entfernt, ein Geschützbunker enthält ein Museum, daß mit Modellen und bildlichen Darstellungen einen guten Eindruck von der ursprünglichen Gestaltung dieses Festungskomplexes vermittelt.

Grundriß, technische Daten und Anfahrtsbeschreibung

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